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100 Jahre am Rad gedreht
Der Hannoversche Automobilclub im Spiegel eines bewegten Jahrhunderts

Der Hannoversche Automobil-Club ist seit jeher Mitgestalter der automobilen Zeit gewesen. Die Einführung des Automobils in die zivile Gesellschaft lief parallel zu der Gründung des HAC und seinem Bekanntwerden. Zu Beginn war das Auto lediglich ein Spielzeug für gut Betuchte; ähnlich wie das Reiten stellte es zunächst einen Zeitvertreib für den Adel dar. Die Mitgliedschaft im HAC galt schon bald als eine gesellschaftliche Verpflichtung, damit bewies die namhafte Person ihren Blick für die Zeit.

Der HAC hatte in dieser Hinsicht mit der Residenzstadt Hannover ein lukratives Einzugsgebiet. Doch bereits 1909 erklärte der HAC die Notwendigkeit der praktischen Gesichtspunkte sei weitaus eher in den Vordergrund zu rücken, als die Ausübung des Sports. Durch seine einflußreichen Mitglieder erkannte der HAC seine Verantwortlichkeit und war Vorreiter auf vielen Gebieten des Straßenverkehrs.

In Zusammenarbeit mit dem Kaiserlichen Automobil-Club wurden erste Warn- und Hinweisschilder entwickelt und aufgestellt. Auch die Akzeptanz vor Gericht wurde verbessert und objektiviert. Bei Verkehrsunfällen wurde ein Autofahrer von vornherein als schuldhaft bezichtigt - Verkehrsregeln relativierten diese Vorurteile. Der in der Satzung manifestierte Ausbau der Benzinstationen schritt voran. Zuvor waren die Automobilisten genötigt, ihr Benzin bei auserwählten Apotheken zu erwerben. Vor allem aber der Automobilindustrie leisteten die regionalen Clubs große Dienste.

Burgenfahrten, Ralleys und Zielfahrten, die oft vom HAC dominiert wurden, hatten nicht zuletzt die Aufgabe, die Zuverlässigkeit der neuen Fahrzeuge zu testen, wenn es auch großartige Spektakel für die vielen Zuschauer waren. Klicken zum Vergrößern Die Behörden griffen gern auf die Erfahrung des HAC zurück, wenn sachverständige Gutachten notwendig waren.

Der HAC war zunächst für gesamt Niedersachsen zuständig. Mit zunehmender Automobilisierung entstanden in den Regionen Göttingen, Hildesheim, Hameln und Goslar eigenständige Interessenvereine. Zwischen den Kriegen hatte der HAC die wichtige Funktion, den zivilen Autofahrern Material zugänglich zu machen, da das aufrüstende Militär der Hauptabnehmer der Industrie war und den Markt leerte.

Während des Naziregimes wurde der Club zwangsweise aufgelöst, da die Nationalsozialisten nur ihre eigene Organisation - den Nationalsozialistischen Kraftfahrer-Korps - zuließen. Nach dem zweiten Weltkrieg, im Jahr 1950, reorganisierte sich der HAC inklusive neuer Satzung. Ab diesem Zeitpunkt war jedes Mitglied auch gleichzeitig im AvD gemeldet. Das Clublokal Kastens Hotel blieb unangetastet. Die jährlichen Herrenabende und die traditionelle Jahresendveranstaltung werden fortgesetzt. Die Georgshalle wurde und wird für jede Feierlichkeit seitens des HAC nur zu gern genutzt. Der HAC machte in den nächsten Jahren viel von sich reden.

Der Hannoversche Blumenkorso verlieh dem HAC als Teilnehmer 1951 und ´52 jeweils den ersten Preis in der Sparte "Chic und Charme". 1952 fand die erste Heidefahrt statt. Auch Aktionen wie Geschicklichkeitsfahrten für Jugendliche wurden veranstaltet. Der HAC machte mit solchen Veranstaltungen das Autofahren publik und weckte Interesse an der Automobilität.


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